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Weingarten-Optik

Kinder-Optometrie

Mehr als nur Brille. Der stark zunehmenden Kurzsichtigkeit bereits in jungen Jahren vorbeugen.

Als Augenoptiker und Optometristen bemerken auch wir, dass die Zahl kurzsichtiger Kinder und Jugendlicher in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat. So sind laut dem European Eye Epidemologie Consortium (1) mittlerweile 47% der 25- bis 29-Jährigen myop (kurzsichtig). Noch dramatischer ist die Situation in Südostasien. Laut der Aston Eye Study weisen in Singapur bereits 85% der 15-Jährigen eine Myopie auf. Aufgrund zahlreicher Untersuchungen gelten, neben erblicher Veranlagung, der gewandelte Lebensstil und die veränderten Sehanforderungen als Ursachen für die drastische Myopieprogression. So verbringen Heranwachsende heute deutlich weniger Zeit im Freien, bei gleichzeitig mehr Zeitaufwand für Lernen, PC und Smartphone. Als ideal gelten pro Tag mindestens zwei Stunden Aufenthalt im Freien, um diesen Faktor beim Voranschreiten der Kurzsichtigkeit zu minimieren.

Besorgniserregend ist, dass eine höhere Kurzsichtigkeit die Wahrscheinlichkeit im Alter an Grünem Star, Makuladegeneration oder einer Netzhautablösung zu erkranken, gravierend erhöht. So sehen wir uns als Augenspezialisten in der Verantwortung nicht nur Fehlsichtigkeiten zu korrigieren, sondern auch Augenerkrankungen zu verhindern. Hier gilt es besonders bei Kindern kurzsichtiger Eltern, rechtzeitig aktiv zu werden, sobald sich eine schnell zunehmende Kurzsichtigkeit zeigt. Auch aus unserer Erfahrung entwickelt sich eine Kurzsichtigkeit nämlich umso ausgeprägter, je früher sie beginnt.  

Was kann man tun?

In jüngster Zeit haben zahlreiche Studien belegt, dass die Korrektion mit speziellen weichen multifokalen Kontaktlinsen eine wirkungsvolle Maßnahme zur Eindämmung der Myopieprogression darstellt. Dagegen hat sich gezeigt, dass die Korrektion mit herkömmlichen Brillengläsern leider myopiefördernde Nebeneffekte aufweist. Mit Essilor Myopilux, Zeiss Myovision und Hoya DIMS wurden zwar spezielle Brillengläser entwickelt, diese erscheinen uns aber nicht so praktikabel und sind bislang nur in Asien erhältlich. Auch die früher gerne propagierte Unterkorrektion der Kurzsichtigkeit mit konventionellen Brillengläsern, gilt mittlerweile als kontraproduktiv.

Auch gibt es nach wie vor keine Studien welche die Wirksamkeit von Sehtraining gegen die Myopieprogression belegen. Bei einer scheinbaren zeitweisen Kurzsichtigkeit hingegen, welche durch ein Übermaß an Akkommodation erzeugt wird, hilft ein gezieltes funktionaloptometrisches Visualtraining sehr gut.

Einen ähnlich positiven Effekt wie multifokale Kontaktlinsen weisen sogenannte Ortho-K-Linsen auf. Diese formstabilen Kontaktlinsen werden nur über Nacht getragen und bewirken eine gezielte Verformung der Hornhaut über den Tag hinweg. 

Zusätzlich wurde nachgewiesen, dass niedrigdosierte Atropin-Augentropfen die Myopieprogression signifikant verringern können (2). Diese sind in Europa momentan leider noch nicht als fertiges Medikament verfügbar, eine Darmstädter Apotheke stellt sie aber auf augenärztliches Rezept her.

Nach Meinung zahlreicher Fachleute stellt die Kombination von multifokalen Kontaktlinsen und Atropin derzeit die praktikabelste und wirksamste Myopieprävention dar. Gerne beraten wir sie, ob ein Kind tatsächlich eine progressive Myopie aufweist und informieren sie über die möglichen Maßnahmen. Ausführlichere Informationen zu dem Thema erhalten sie auch unter: https://www.myopiacare.org/de/

 

Literaturnachweis:

(1)   European Journal of Epidemiology  03/2015 
www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4385146/pdf/10654_2015_Article_10.pdf

(2)   Deutsches Ärzteblatt 09/2017
https://www.aerzteblatt.de/archiv/193148/Myopieprophylaxe

 

 

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